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Online-Magazin - Kultur

  Jahreskreisfeste

Die keltischen Jahreskreisfeste stehen im Einklang mit den Kreisläufen in der Natur und der kosmischen Ordnung. Gefeiert wurden vier Sonnenfeste - zu den Sonnenwenden und den Tagundnachtgleichen - und vier Mond- oder Feuerfeste - die am Anfang einer jeden Jahreszeit stehen und stets zum Vollmond begangen wurden.

Mondfeste

Sonnenfeste

Samhain

Alban Arthuan

Imbolc

Alban Eilir

Beltaine

Alban Hefin

Lughnasa

Alban Elfed

< zurück (über die Kelten)

 

Mondfeste

 

Samhain - 1. November
Nach dem keltischen Kalender beginnt mit diesem Fest das Jahr und das Winterhalbjahr. Sowohl bei den Festland- wie bei den Inselkelten wurde der 1. November und die Nacht davor als “sam-fuin”, das Ende des Sommers, gefeiert.

Die Nacht vor Samhain war eine unbestimmte Zeit: der Sommer und das Jahr hatten mit dem Tag geendet, der Winter und das neue Jahr fingen erst mit dem nächsten Tag an. In den dazwischenliegenden zwölf Stunden fielen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammen und die Trennung zwischen Menschen- und Anderswelt war aufgehoben, d.h. die Eingänge zu den Elfen- bzw. Feenhügeln standen offen. Aufgrund der Nähe der Ahnen war Samhain auch ein besonderes Fest für Wahr- und Weissagungen. Diese Aufgaben übernahmen die Druiden. So wurden im rituellen Gedenken die Ahnen nicht nur gehuldigt, sondern man wollte auch mit ihnen in Verbindung treten., um Fragen über die Zukunft zu stellen.

Zu Samhain fand ein großer Hausputz statt, um den Seelen der Verstorbenen einen gebührenden Empfang zu bereiten. Es war Brauch die Haustür in dieser Nacht nicht abzuschließen und eine Mahlzeit bereitzustellen.

Bis zu diesem Datum musste die Ernte eingebracht und das Vieh von den Sommerweiden geholt sein. Die Häuser waren ausgebessert und winterfest gemacht, das Holz, als Brennstoff, war geschlagen und an der Hauswand geschichtet. Überzählige Tiere wurden geschlachtet und als Vorrat für den Winter konserviert und eingelagert. Die nicht eßbaren Fleischteile wurden den Göttern geopfert.

Der 1. November war ausserdem Zahltag, Pacht und Tribute an den Grundherren wurden bezahlt. Bei den Abgaben handelte es sich um Holz, Getreide oder Jungvieh, in manchen Regionen auch Salz oder Bronze in Form von Halsringen.

Samhain war vor allem ein Toten- und Ahnenfest, das von der christlichen Kirche als Allerseelen bzw. Allerheiligen übernommen wurde.

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Imbolc - 1. Februar
Das Fest leitete den Frühling ein und wurde in der Nacht vor dem 1. Februar und dem dazugehörenden Tag begangen. Am Imbolc-Fest wurde der Übergang vom Winter zum Frühling, die Wiederkehr des Lichtes, die an den länger werdenden Tagen erkennbar ist, gefeiert.
Das Fest ist der Birgid geweiht, der Göttin des Lichtes und der Quellen und die Schutzpatronin des Viehs. Die Menschen dankten ihr, dass sie das Frühjahr zurückgebracht hat und das der Lebenskreislauf mit Aussaat, Wachstum und Ernte nun erneut beginnt.

Für die Bauern beginnt mit diesem Tag das Wirtschaftsjahr, die Viehweiden wurden hergerichtet und die Tiere ausgetrieben, Stallungen und Häuser wurden ausgebessert, gefegt und getüncht. Nun begann man die Äcker umzupflügen und das Getreide auszusäen.

Zu dem Fest traf sich die Familie am Feuer auch war es in einigen Gegenden üblich, Quellen aufzusuchen, die der Göttin geweiht waren, um sich Hände, Füße und das Haupt rituell zu waschen.

Die christliche Kirche übernahm das Fest als “Lichtmess” in ihren Zyklus.

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Beltaine - 1. Mai
Das Fest wurde mehrere Tage vor und nach dem Monatswechsel gegangen, wobei der Höhepunkt in der Nacht zwischen dem 30. April und dem 1. Mai lag. Das Wort “Beltaine” setzt sich aus “bel” = “hell, glänzend, glückbringend” und “tine” = “Feuer” zusammen und es wurde der Beginn des Sommers gefeiert.

Die “Bel-Feuer” wurden zu Ehren eines der keltischen Hauptgötter, des Lichtgottes Belenus, veranstaltet. Hügelfeuer wurden entzündet und die Menschen baten den Sonnengott, die Ernte zu schützen. Nach einem überlieferten Ritual trieben die Druiden unter Beschwörungen das gesamte Vieh der Gemeinschaft zwischen zwei Feuern hindurch, um es im folgenden Jahr gegen Krankheiten und Seuchen zu schützen.

Wie zu Samhain stehen auch zu Beltaine die Eingänge zur Anderswelt offen, deshalb gehört die Nacht davor den Bewohnern der Anderswelt. Auch war das Beltaine-Fest, genauso wie Samhain, ein wichtiger Gerichts- und Versammlungszeitpunkt, an dem Streit geschlichtet und Heirats- oder Scheidungstermine festgelegt wurden.

Von den Kelten ist der Brauch des Maibaumaufstellens überliefert. Das Umtanzen des Maibaums sollte Fruchtbarkeit und Glück bringen.

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Lughnasa - 1. August
Das Fest zu Ehren des Gottes Lug fand von Ende Juli bis Anfang August statt, wobei es seinen Höhepunkt in der Nacht zum 1. August hatte. Lug ist der Gott der Weisheit und Heilkunst, der sowohl von den Festland- wie von den Inselkelten verehrt wurde.
Auch das Lughnasa-Fest war ein wichtiger Gerichts- und Versammlungstermin und der Beginn des Herbstes. Darüber hinaus fanden Dichterwettbewerbe und Wettkämpfe und natürlich religiöse Zeremonien statt.

Es war Brauch, am Morgen des 1. August auf einen Berggipfel zu steigen, um den Sonnenaufgang zu begrüßen. Anschließend wurde eine kleine Garbe des noch nicht ganz gereiften Korns gezupft und Brötchen gebacken. Diese wurden den Göttern geopfert.

Ein weiterer Brauch war es, das Vieh durchs Wasser zu treiben, um es vor Krankheiten im Winter zu schützen.

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Sonnenfeste

 

Alban Arthuan - Wintersonnenwende
Die längste Nacht des Jahres liegt um den 21. Dezember. An diesem Tag wird die Wiedergeburt der Sonne und der Triumph des Lichtes über die Dunkelheit gefeiert, denn von nun an werden die Tage wieder länger. Die Feier ist dem Sonnengott geweiht, dem die Göttin neues Leben geschenkt hat.

Um den Neubeginn zu symbolisieren, wurden alle Feuer und Lichter im Haus gelöscht und neu entzündet. Auch wurden alle Räume und Stallungen mit Räucherwerk beräuchert und gereinigt. Des weiteren wurden die Häuser mit immergrünen Zweigen geschmückt, um anzudeuten, dass durch das Licht und die Wärme bald auch die Natur wieder erwacht.

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Alban Eilir - Frühjahrs-Tagundnachtgleiche
Das Fest fällt in die Zeit um den 21. März, bei den Kelten war es die Mitte des Frühlings, und ist der Göttin des Lebens und des Lichtes Ostara geweiht. Das Ostarafest steht ganz im Zeichen des Frühlings, des Erwachens der neuen lebensspendenden Kräfte.

Tag und Nacht sind gleich lang, doch der dunkle Winter muss nun seine Macht endgültig abgeben. Die Sonne steht am sogenannten Äquinoktialpunkt, deshalb wird die Tagund- nachtgleiche auch als Äquinoktium, oder auch Equinox bezeichnet.

Symbole des Festes sind Ei und Hase, beides alte heidnische Symbole der Fruchtbarkeit. Die Eier wurden gefärbt oder mit Wünschen bemalt, die sich im Laufe des Jahres erfüllen sollten.

Es war Brauch an einer Quelle Wasser zu holen und damit die Menschen und Felder zu segnen. Dem heiligen (Oster-)Wasser wurde reinigende und heilende Wirkung zugesprochen. Auch zog das Volk aufs Land, um nach den zurückgekehrten Zugvögeln Ausschau zu halten.

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Alban Hefin - Sommersonnenwende
Der längste Tag des Jahres, der bei den Kelten die Mitte des Sommers darstellte, fällt in die Zeit um den 21. Juni. Der Höchststand der Sonne ist erreicht und wurde mit großen Feuern und brennenden Sonnenrädern, die die Hügel hinabrollten, gefeiert. Einerseits wurde der Höhepunkt der Sonnenkraft verkörpert andererseits an den nun beginnenden Abstieg der Sonne gedacht.

Zur Sommersonnenwende findet die heilige Kräuterweihe statt. Die gesammelten und geweihten Kräuter, die man das Jahr über zum Heilen und “Zaubern” verwendete, wurden zu Sträußen oder Girlanden zusammengebunden.

Zum Mittsommerfest gehörten Tanz und Gesang ebenso wie das Erzählen von Geschichten über Elfen und Feen. Wer seine Liebesbeziehung vertiefen wollte, konnte dies durch eine Sprung durchs Feuer signalisieren.

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Alban Elfed - Herbst-Tagundnachtgleiche
Das Fest fällt in die Zeit um den 21. September, an dem Tag und Nacht gleich lang sind. Der Großteil der Ernte ist bereits eingebracht und so ist das Fest in erster Line ein Erntedank- und Opferfest an die Götter.

Nach dem Herbstfest werden die Nächte wieder länger und die dunkle, stille Jahreshälfte beginnt. So verabschiedet man sich nun vom Sommer und dankt für eine reiche Ernte.

Ein weiterer keltischer Name für das Fest ist Mabon, bezeichnet nach dem Sohn der Muttergöttin und des Donnergottes.

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